Warum ich mich in letzter Zeit so oft über die BVG aufrege

…weil sich sonst immer alle nur über die S-Bahn aufregen.

Aber:

– auch die BVG wurde kaputt gespart (siehe aktueller Fahrzeugmangel bei der U-Bahn)

– „Geldsparmodelle“ sind nach hinten los gegangen, die Kohle dürfte auch heute noch fehlen.

 

Vor einiger Zeit hatte ich auf Twitter eine Diskussion: Ich stand morgens an meiner Straßenbahnhaltestelle und wunderte mich: die nächste Bahn sollte in 17, dann eine in 18 und eine weitere auch in 18 min fahren. Danach gings wieder mit ner längeren Pause weiter. Es war nicht gerade kuschelig warm und ich fragte mich auf Twitter, ob das wirklich so ne tolle Taktung sei.

Daraufhin wurde ich als verwöhnter Meckerkopp bezeichnet, ich solle mal gucken, wie das alles in der Provinz aussieht. Nun: ich wohne nicht in der Provinz und das bewusst. Auch finde ich, dass der ÖPNV in der Hauptstadt sich nicht mit dem in der „Provinz“ vergleichen sollte. Viel mehr sollte er in der Provinz attraktiver werden. Es entspann sich eine Diskussion mit dem Twitterer (ein Mitarbeiter der BVG über sein Privatprofil). Ich merkte an, dass die Jobs bei der BVG schon auch an einem attraktiven Nahverkehr hängen würden, weil nun mal Fahrgastzahlen für die BVG bares Geld bedeuten. Die Antwort war, dass doch die Fahrgäste den kleinsten Teil zahlen würden, der größte käme doch vom Land, also hätte $Person doch ohnehin einen sicheren Job.  Ich frage mich bloß, ob das Land das Geld nicht vielleicht zu einem kleinen Teil auch aus meinen Steuergeldern nimmt? Und wenn die Fahrgastzahlen nicht stimmen, wird eben abbestellt und weniger gezahlt. All das mochte man nicht wahrhaben. So schön als Meckerkopp hingestellt, gärte es ein wenig in mir. Einfach mal so ausfallende Bahnen, bescheuertes Verhalten von Fahrern, all dies fiel mir noch mehr auf.

Ein Beispiel: Ich stehe eines Tages mal wieder an der Haltestelle, eine Bahn stand drin, die Haltestelle war besetzt. Ich wollte eigentlich ganz gerne mit der nächsten mit, musste noch an der Straße warten, wo es keine Ampel gibt und durch eine Baustelle kaum heil rüber zu kommen war. Die M8 fuhr nun netterweise so weit, dass sie auf dem Übergang stand. Während der Fahrer also wartete, dass die M6 die Haltestelle verließ, kam ich nicht durch. Endlich fuhr die M6 raus, die M8 rückte vor, Tür auf, Tür zu, schnell weg. Selbst rennend war die nicht zu kriegen. Na besten Dank. Die nächste dann in 20 min. Hätte der Fahrer 2m weiter hinten angehalten (nein, da war keine Kreuzung oder so, die er blockiert hätte), hätten in der Zeit alle potenziellen Fahrgäste (ich war nicht der einzige) noch problemlos den Bahnsteig erreicht, sogar ohne Rennen.

Gestern hatte ich einen wirklich beschissenen Tag, der schon damit anfing, dass ich mich selbst aus meiner Wohnung aussperrte. Ich hatte abends nach der Arbeit noch einen Termin, musste nun allerdings erstmal zu einer Freundin, um meinen Ersatzschlüssel abzuholen. Ich hatte es also ein wenig eilig. Netterweise durfte ich ein paar Minuten eher Feierabend machen und beeilte mich. Schnell in die U2 rein und ab zum Alex. Dort die 2 Treppen runter und…. weg ist die U5. Natürlich nervte mich das. Früher gab es da am Alex so Anzeigen für die Fahrer, dass gerade ein Zug einer anderen Linie vielleicht noch Fahrgäste mitbringt, das ist wohl heute nicht mehr so. Die nächste U5 hatte dann entsprechend mehr Fahrgäste.

Ein anderer BVG-Mitarbeiter antwortete mir auf meinen Frusttweet über sein privates Konto: „Du hast offensichtlich nicht mehr alle Latten am Rost. (tschüss)“.

Nun, vielleicht ist das so. Ich arbeite selbst in einem Unternehmen, das von der Qualität seiner Dienstleistungen am Kunden lebt, über das regelmäßig gemeckert wird, wo ich dann natürlich schön die Fresse zu halten habe.

Meine lieben Leute bei der BVG: Viele der Zustände habt ihr nicht selbst zu verantworten und ihr habt meinen höchsten Respekt für das, was ihr trotz aller Umstände auf die Beine stellt. Aber: Ihr seid keine Beamten (und das ist auch gut so.). Die BVG erbringt eine Dienstleistung. Die Kohle, die die BVG vom Land Berlin bekommt, kommt aus Steuergeldern, also ebenfalls von mir. Wieviel Kohle da vom Land kommt, hängt auch davon ab, wie gut eure Dienstleistung angenommen wird. Kurz: Sie muss attraktiv sein. Sonst wird abbestellt und weniger gezahlt. Im Extremfall könnte das Jobs kosten. Ich bin ein Fahrgast, der IMMER zahlt, NIE die Türen offen hält, seinen Dreck nicht in Zügen und Stationen liegen lässt, für den die Fahrpreise regelmäßig steigen und der einfach von A nach B ohne großes Generve kommen will. Denkt mal drüber nach.

(Auf meine Anregung per Mail, die die M5 betrifft, habe ich übrigens nicht einmal eine Antwort erhalten)

An dieser Stelle noch das Versprechen: kein Tweet mehr über die BVG.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich stimme zu.