Servicewüste trocken gelegt…

Es will jetzt einfach raus. ich habe einiges erlebt, versuche im Job selbst, meinen Kunden irgendwie guten Service zu bieten, selbst wenn es mal schwierig wird. Das funktioniert nicht immer. Leider. Aber ich versuche es weiter. Ich habe das auch neulich beim Karstadt Sports am Neuen Kranzlereck erleben dürfen. Die Mitarbeiterin war aufmerksam, super freundlich, ohne sich zu verstellen, kompetent und ehrlich. Ich war überhaupt nicht traurig, dass es bei den Schuhen gerade kein Sonderangebot für meine Füße gab, die sind nämlich eigen. Zuvor war ich im Intersport am Alex, verbrachte dort 45 min, um ein Gespräch anzuhören, dessen Thema war, was wohl die Kassenkraft auf dem Klo machen würde und um zuzusehen, wie leere Kartons durch die Gegend geschossen wurden. Frustriert und ohen Schuhe hatte ich dieses Geschäft wieder verlassen. Ich hasse es, sofort beim Betreten eines Geschäfts „überfallen“ zu werden. Ein „Hallo“ genügt mir, ein Nicken, ein Blickkontakt. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Karstadt Sports wünsche ich eine gesicherte Zukunft, Tariflohn, Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Weil sie es verdienen.

 

Und ja, auch ein Telefonanbieter darf nicht fehlen. Nachem mich die Firma Versatel vor einigen Jahren dann (nach mehrjähriger Kundschaft) ziemlich verarscht hatte, hatte ich genug und wechselte zu Alice. Ich wählte bewusst einen Premiumtarif, der ein gewisses Serviceversprechen beinhaltete und war damit einige Jahre sehr glücklich.Und ich zahle zahlte gerne mehr für den besseren Service. Irgendwann wurde Alice/Hansenet von der Telecom Italia an Telefonica/O2 verkauft und ich als Kunde quasi auch. Grundsätzlich hatte ich damit kein Problem, da mein Vertrag komplett so übernommen wurde. Mit der Zeit wurde meine Leitung allerdings langsamer und langsamer, das Telefon knackte ständig usw. Also versuchte ich irgendwann, die Servicehotline anzurufen: Nummer abgeschaltet. Ich verbrachte also erstmal eine Stunde damit, die neue Rufnummer herauszufinden und rief an. Übers Festnetz: Fehlanzeige, ich flog ständig aus der Leitung. Also mit dem Handy angerufen, Telefonnummer eingetippt. „Vielen Dank für Ihren Anruf. Wir sind GLEICH für sie da. Ihre Wartezeit beträgt: Mindestens 10 Minuten.“ Nun, was halfs. Nach 15 Minuten bekam ich einen Mitarbeiter an die Strippe. Ich schilderte ihm mein Problem. Anstatt Hilfe bekam ich eine ganz tolle Antwort: „Ich kann keine Störung feststellen und außerdem: was wollen sie eigentlich, zum Surfen reichen doch auch 2 MBit.“ Nebenbei bemerkt: in der Tarifbeschreibung meines Tarifs stand blümerant: „Betreiben Sie ihren eigenen Server, auf Wunsch auch mit fester IP-Adresse.“ Super. Ich legte auf und mir blieb letztenendes nix, ausser den Kram auszusitzen oder zu eskalieren.Auf Letzteres hatte ich schlicht keine Lust. Irgendwann besserte sich das dann wieder, aber es kamen erste Zweifel auf, ob ich bei O2 noch gut aufgehoben bin.

Es verging einige Zeit. Inzwischen bin ich seit 5 Jahren dabei. Nun lief meine Leitung wieder einmal zäh wie Kaugummi. Ich erinnerte mich an einen Tipp des Twitter-Teams von O2 (das Twitter-Team von @O2de ist übrigens ein Lob wert, die veruchen rauszureißen, was andere versauen) und schrieb dieses nochmal auf Twitter an. Man machte mich auf ein recht interessantes VDSL-Angebot aufmerksam. Ich recherchierte ein wenig. Als Bestandskunde bin ich hier offensichtlich weniger interessant: Die Konditionen gelten nur für Neukunden und in den Tarif wechseln kann ich nicht online, sondern über eine…. HOTLINE! Heute versuchte ich einen Anruf. Übers Festnetz: das Sprachmenü spielte komplett verrückt, machte irgendwelche Dinge, ohne, dass ich auch nur ein Geräusch gemacht hatte. Also das Handy genommen: Das Sprachmenü funktionierte und den Text, der dann kam, kennt ihr. Er steht da oben. Nach wieder mehr als 10 min ohne Gesprächspartner legte ich entnervt auf. Ich mag nicht mehr.

Mit einer Stinklaune ging ich zum Sport. 2/3 des Personals saßen draußen und genossen das schöne Wetter. Drinnen waren Getränke alle (man hätte das nur auffüllen müssen), Putztücher für die Geräte gabs auch keine mehr und die Klos sind seit geraumer Zeit nur eingeschränkt nutzbar. Klar zahl ich für diesen Service gern. Ich darf gar nicht dran denken, dass es da auch Kunden gibt, die zu ihren monatlichen Beiträgen auch noch extra eine jährliche „Servicepauschale“ abdrücken dürfen. Jetzt bin ich STINKSAUER.

Ich versuche in meinem Job, den Kunden immer den bestmöglichen Service zukommen zu lassen, ich bekomme dauernd gesagt, der Laden sei zu teuer, immer nur billig, billiger am billigsten. Es NERVT mich! Ich zahle gern für Service, aber bitte für ECHTEN Service, nicht nur für schöne Worte auf dem Papier.

So ist es nun soweit: ich denke über einen Telefonanbieterwechsel nach und auch darüber, das Sportstudio „auszutauschen“. Ich fürchte allerdings, dass das das Servicedesaster nicht beheben wird. Als Bestandskunde ist man immer irgendwie gearscht. Das ist mein Gefühl im Moment.

Tut mir leid, das musste jetzt einfach raus.

1 Kommentar zu “Servicewüste trocken gelegt…”

  1. Marcel sagt:

    Ahoi,

    zum Thema „Sport-Club“ kann ich nix sagen, aber zum Thema O².

    Ich war auch, so wie Du, Kunde von Alice. Toller Tarif, toller Service. Mein Rat war es damals immer, man sollte dort in der Nacht anrufen. Denn dann war denen eh langweilig und haben einem gleich alles aktiviert, was nur irgendwie ging.

    Dann der „Wechsel“ zu O².

    Erstmal wurden alle Optionen, die man mir damals so frei aktiviert hatte, wieder abgeschaltet. Ohne mich zu informieren. Ein Anruf in der 30 Minuten-Warteschleife ergab nur „Bezahlen Sie es, dann kriegen Sie es.“ – erstes Grummeln.

    Dann hatte ich mal Nachts zu arbeiten. Serverarbeiten erledigen sich halt am besten Nachts. Internet war tot. Hotline angerufen. Ergebnis? „Es ist grad keiner da, der Ihnen helfen könnte. Versuchen Sie es morgen ab 08:00. Aber seien Sie gewarnt. Das sagen wir allen, die gerade Probleme haben.“ – musste also meine Serverwartung, für die ich eigentlich alles organisiert hatte, verschoben werden. Und natürlich ging morgens um 08:00 immer noch nix. Sei es bei mir im Netz oder in deren Hotline.

    Dann wollte ich einfach mal upgraden. VDSL 50. Und habe bisher mehr als eine Nummer genutzt. „Dies ist damit nicht mehr möglich. Da müssen Sie sich von den anderen Nummern trennen.“ – Meine Frage, wieso denn andere anbieter aber sogar bis zu 10 Nummern bei VDSL 50 anbieten, wurde lapidar mit „Dann gehen Sie halt dorthin“ beantwortet.

    Dies habe ich daher auch getan – und bisher nicht bereut. Meine Fritzbox verwaltet nun 10 Nummern, ich habe bisher ein sehr stabiles Netz und freu mich meiner Dinge. Ich kann sogar Serverarbeiten, die Nachts geschehen sollen, vorher bei den Kollegen/Kunden ankündigen und, man mag es kaum glauben, auch ausführen. =)

    Daher mein Ratschlag. Wenn man einmal gefrustet ist, einfach wechseln – schlimmer kann es doch ehrlich gesagt nicht mehr werden,oder? 😉

    Und ja – ich zahle gern für Service. Sei es beim ISP, in einem Restaurant oder im sog. „Elektronikdiscounter“. Service und Qualität kosten halt ein paar Groschen. Ich mag diese „Billig, Billiger, am billigsten“-Mentalität so gar nicht. Am Ende verprellt man sich die guten Kunden – und den Rest, den will man doch irgendwie auch nicht und behandelt die dann auch entsprechend.

    Gruss,

    Marcel

    PS: Ich hab auch neue Turnschuhe im Karstadt gekauft. 😉

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