Manjaro!

Hallo, es gibt endlich mal wieder etwas zu lesen.

Obwohl ich aktuell viel mit meinem Mailserver, dem Blog (im Hintergrund) und theoretisch auch der Gallery zu tun habe, war nun auch mein Desktop nochmal dran.

Nach der ganzen Geschichte mit Meltdown und Spectre hatte ich das Gefühl, mit meinem geliebten Linux from Scratch bei solchen Sachen einfach zuviel Zeit für die ständige Updaterei zu benötigen. Es war eine schöne und lehrreiche Zeit, doch nun ist Schluss damit. Im Februar machte ich den Desktop also zum ersten Mal platt und spielte Fedora drauf. Zunächst musste ich lernen: meine Datencontainer sind ziemlich gut gesichert. Ich hatte damals ne Grippe, hielt es aber nicht den ganzen Tag im Bett aus. So saß ich dann mit Fieber am Rechner und hatte vergessen, einen Schlüssel zu sichern, bevor ich Fedora installiert hatte.

Merke: Vorm Plattmachen eine Liste zu sichernder Dateien machen und diese drölf mal überprüfen!

Nun, inzwischen habe ich komplett neue Passwörter, zwei alte Mailaccounts, die eh nicht mehr genutzt wurden, sind nun Karteileichen und bis letzte Woche lief hier jetzt Fedora. Mein Fazit: für Desktops ist das keine gute Wahl. Multimedia läuft eher schlecht als Recht, ich frickelte ständig mit selbst gebastelten Paketen herum und die Performance war auch nicht gerade üppig.

Auf Twitter fragte neulich jemand, welche Distribution man denn heute so nutzt. Das Gespräch kam auf nixOS und Manjaro. Die Überlegung, beide mal zu testen, dauerte nicht lange. Kleine VM aufgesetzt und los. nixOS ist sicherlich interessant, aber im Grunde hätte ich da auch bei LFS bleiben können: man muss ne ganze Menge selbst machen. Manjaro überraschte mich ein wenig:

Das Setup war easy, überschaubar und schnell erledigt. Das System lief ordentlich (in der VM). Der nächste Schritt folgte am nächsten Tag. Ich sicherte dieses Mal auch die Schlüssel für die Datencontainer und installierte Manjaro – tschüß Fedora!.

Manjaro ist eine Linuxdistribution, die mal nicht auf Debian basiert, sondern auch Arch. Ich habe es also auch mit einem für mich komplett neuen Paketmanagement zu tun.

Die installierte Version ist 17.1.9 mit KDE (kf5).

Wieder ging das Setup problemlos und schnell. (Anmerkung: ich mache meine Verschlüsselungen manuell, dadurch fiel es mir nicht auf, dass die in den Installer eingebaute Option der Filesystemverschlüsselung wohl nicht funktioniert).

Ich testete nun zunächst einige Sachen. Als Multimedia-Software ist Kaffeine für mich zu einem täglichen Begleiter geworden. Unter Fedora musste ich das selbst bauen oder aus externen Repositories installieren. Es lief dann eher schlecht als recht, für Full-HD-Fernsehen musste ich noch mehr frickeln. Das lief unter Manjaro sofort und wirklich flüssig.

Ähnlich verhielt es sich mit den Browsern Firefox und Chromium. Firefox lief unter Fedora recht instabil, Chromium war besser, hatte aber reichlich Einschränkungen, was Multimedia-Inhalte anging. Beide Browser tun unter Manjaro exakt, was ich von ihnen erwarte.

Virtualbox: kann man direkt über den Paketmanager installieren, läuft ordentlich und performanter als vorher, was nicht zuletzt am erheblich schnelleren NFS liegen dürfte. Meine Homedirs liegen allesamt auf einem NAS. Von daher ist das für mich eine wichtige Sache.

KDE-Connect: läuft ebenso, wie unter Fedora problemlos und zuverlässig.

Drucker einrichten: lief unter meinem LFS out of the box, der Netzwerkdrucker wurde sofort erkannt und lief. Über das CUPS-Interface klappt das bei Manjaro ebenso. Fedora machte da etwas Zicken, ich weiß schon nicht mehr, woran es genau gelegen hatte.

OpenVPN: unter allen Systemen problemlos.

Grafik: unter LFS und Fedora hatte ich mit meiner Radeon-Karte immer wieder kleinere bis mittelschwere Probleme. Unter Manjaro ist mir das bis jetzt noch nicht aufgefallen. Bildschirmflackern oder gar Abstürze hatte ich bisher noch nicht.

Übrigens: Manjaro installiert so Dinge wie Libreoffice usw. standardmäßig. Im Großen und Ganzen muss ich sagen: das Ganze ist sehr brauchbar und auch für Einsteiger gut nutzbar. Gerade DIE werden allerdings Schwierigkeiten haben, wenn es um die Festplattenverschlüsselung geht, hier müssen die Entwickler noch nachbessern.

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