Liebe Deutsche Post AG, Euer Unternehmen ist kaputt!

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Kleiner Hinweis für die Post: ich äußere hier meinen Eindruck, meine Meinung, sonst nichts.

Liebe Deutsche Post AG,

Euer Beschwerdeformular ist ja ganz hübsch und Eure Standardtexte kenne ich auch schon zur Genüge. ich möchte auch keine Briefmarke als Entschädigung. Aus diesem Grunde habe ich Euch über dieses Formular nur den Link zu diesem Blogpost zukommen lassen.

Ich wohne nun schon seit einigen Jahren in dieser Stadt. An meiner ersten Anschrift wurden Pakete grundsätzlich nicht zugestellt, sondern zurückgeschickt. An der zweiten brauchte ich ein Postfach, weil Briefpost grundsätzlich unzustellbar war und nun dieses. Häufig stehen Eure gefühlt 2.5 Mitarbeiter unter solchem Druck, dass nichtmal der Versuch unternommen werden kann, die Sendung zuzustellen (Ein Lob an den DHL-Stammfahrer hier, der das wirklich noch versucht, bei dem ich aber auch immer sehe, wie schwer das für den ist).

Ich bin nur einer dieser lästigen Kunden, dem es ständig passiert, dass Sendungen nur unter Schwierigkeiten zugestellt werden. Ich bin heute zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen einer Warensendung Brief hinterher gereist, die nicht in der Filiale abgeliefert wurde, die in der Benachrichtigung stand, sondern IRGENDWO. Euer Unternehmen wurde von „zahlenwichsenden BWLern“* nicht nachhaltig denkenden BWLern und geldgeilen Vorständen und ahnungsloser Politik soweit kaputt gespart, dass es nicht mehr in der Lage ist, Standardleistungen zu erbringen. Ich habe das Gefühl, dass es JEDES andere Unternehmen inzwischen leider besser kann, dabei wart IHR mal die Profis.

Es ist traurig, dass Menschen über das Schicksal großer Unternehmen und ihres Personals entscheiden dürfen, die ausschließlich in Zahlen denken, aber NULL an Menschen und ebenso NULL an das Produkt. Ich gebe explizit nicht den viel zu wenigen Mitarbeitern vor Ort die Schuld, sondern denen, die es zu verantworten haben, dass Tariflöhne umgangen werden, indem Leistungen ausgelagert werden und die Mitarbeiter weiter und weiter weggespart werden. Eure „Filialen“ sehen inzwischen teilweise aus, wie die letzten Ramschläden. Dazu kommen die häufig neuen Öffnungszeiten, die ein Mensch mit durchschnittlichen Arbeitszeiten kaum noch schafft.

Um in Eurem Sinne zu denken, schlage ich als kleine Lösung vor: Streicht das Produkt Warensendung Brief und alle, die ihr sonst auch nicht könnt, ersatzlos. Gute Küchen machen das mit ihrer Speisekarte auch so. Es werden sich andere Anbieter finden.

Die große (die GANZ GROßE) Lösung: schmeisst ALLE Mitarbeiter, die bisher Leistungen erbracht haben, raus, macht die Filialen dicht und verteilt Briefmarkenautomaten. Einzige Leistung, die ihr dann noch erbringen müsst: Empfänger informieren, dass sie ihre Sendung beim Absender abholen können. Da bleibt sicher noch der eine oder andere Euro für Dividenden und Managergehälter hängen.

Ich sags nochmal: Euer Unternehmen ist komplett kaputt. Schuld daran sind nicht die Mitarbeiter vor Ort (wie auch, sind ja kaum noch welche da), sondern die, die Euer Unternehmen lenken. Schämt Euch!

Ja, ich bin stinksauer und muss mir ernsthaft überlegen, ob ich, wenn es denn bei mir liegt, nicht auf die Leistungen anderer Unternehmen zurückgreifen soll (nur ob die ihre Mitarbeiter besser behandeln, weiß ich leider auch nicht so genau, ich fürchte nicht.) . Eine Mitarbeiterin in einer der von mir „bereisten“ Postfilialen meinte auch schon frustriert, sie würde sich nicht wundern, dass so viele Leute zu PIN AG & Co. abwandern würden. Ich wundere mich auch nicht.

Wenn ein Dienstleister/Serviceanbieter eben Service und Dienstleistung abschafft, bzw. nicht mehr kann, ist er schlicht überflüssig.

An dieser Stelle gratuliere ich all den Unternehmen, deren Führung bei Menschen liegt, die sowohl BWL als auch ihr Handwerk unter einen Hut bringen und nicht nur kurzfristige Zahlen im Kopf haben. DIE werden es letztendlich schaffen.

* Leute die irgendwo gut Rechnen gelernt haben, aber von dem, was ihr Unternehmen tut und von Menschen keine Ahnung haben (wollen)

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