Handycheck: Wiko Highway vs Huawei Ascend G750

In diesem Text verwendete Markennamen sind natürlich © der entsprechenden Eigentümer.

 

Hallo, heute nun mal etwas ganz anderes. Ich stand vor der Entscheidung ein neues Mobiltelefon zu kaufen. Dual SIM sollte sein. Und moderner als mein in die Jahre gekommenes HTC Desire. Nachdem ich im Vorfeld schon einige Kandidaten ausgesiebt hatte, blieben genau zwei übrig und die Wahl fiel schwer. Glücklicherweise bot sich mir die Gelegenheit, mir beide Geräte über das Pfingswochenende auszuleihen und ich habe ein wenig mit ihnen „gespielt“.

In der Hoffnung, dass es Euch hilft, möchte ich Euch hier nun meine Erfahrungen aufschreiben. Achja, Falls ihr euch wundert: Das Wiko hat ein 5″-Display, das Huawei, aber ein 5,5″: der reine Größenunterschied ist jetzt nicht wirklich riesig, und von der Ausstattung sind beide Geräte interessant, aber dazu später mehr.

Kurz und knapp

Beide Geräte haben den recht neuen Mediatek MT 6592 (8 Cores Cortex A7) als CPU verbaut und als GPU eine MALI-450. Ebenfalls haben beide Geräte Dual SIM (standby) und 2 GB RAM. Ebenfalls gemeinsam ist den Geräten ihre Betriebssystemversion: Android 4.2.2 kommt zum Einsatz, was dem Umstand geschuldet ist, dass es bisher keine Treibersourcen von Mediatek für neuere Versionen gab. Ob und wann es gegebenenfalls Updates für die Geräte gibt, ist bei beiden Herstellern zur Zeit noch unbekannt. Weiter verfügen beide Geräte über eine USB-OTG-Funktion, d.h. mittels Adapter kann man externe Geräte wie USB-Sticks anschliessen.

Während die CPU beim Wiko mit 2 GHz getaktet ist, hat es Huawei mit 1.7 GHz weniger eilig. Weiter unterscheiden sich die Displays: Full HD beim Wiko, 720p hingegen beim Huawei. Die Kamera bietet beim Wiko 16 Megapixel, beim Huawei 13 Megapixel. Das Wiko bietet keinen Steckplatz für MicroSD-Karten, dafür 16 GB internen Speicher, der aber zum Teil durch das Betriebssystem genutzt wird. Beim Huawei gibt es nur 8 GB Speicherplatz (incl. Betriebssystem), dafür aber auch einen MicroSD-Steckplatz. Der Akku beim Huawei bietet üppige austauschbare 3000 mAh, das Wiko muss sich mit fest verbauten 2350 mAh begnügen.

Um es nochmal kurz herauszustellen:

Stärken Wiko:

  • schöne Haptik, ordentlich verarbeitet
  • gutes Display
  • gute Kamera mit netten Extras
  • umfangreiches Zubehör wie SIM-Adapter, Back-Cover
  • Gorillaglas schützt das Display
  • externer Speicher via USB anbindbar
  • Dual SIM mit ordentlicher SIM-Verwaltung
  • Serviceversprechen: Akkutausch und Displaytausch nach Ablauf der Garantie zum Fixpreis

Schwächen Wiko:

  • Bei intensiver Nutzung magere Akkulaufzeit
  • wird dann doch recht warm (klar bei 2 GHz)
  • als mp3-Player kein so toller Sound (Mitten stark, Bässe und Höhen weniger sauber)
  • kein MicroSD (Erweiterung vie USB-Adapter macht die Haptik irgendwie kaputt)
  • kein LTE (wie bei allen derzeit in Deutschland erhältlichen Dual SIMs)

Stärken Huawei:

  • ausdauernder Akku
  • ordentlicher Sound über Kopfhörer
  • nettes UI und sehr praktische Bildschirmtastatur
  • MicroSD-Slot UND USB-OTG
  • Dual SIM mit ebenfalls ordentlicher Verwaltung

Schwächen Huawei:

  • Display nur durch normales Glas geschützt
  • Das Display wirkt manchmal etwas farbstichig
  • irgendwie viel Plastik, wenn auch ordentlich verarbeitet
  • nerviger, sehr lauter Ton bei Start und Stop von Videoaufnahmen
  • Vibtrationsalarm verhältnismässig schwach
  • kein LTE (wie bei allen derzeit in Deutschland erhältlichen Dual SIMs)

 

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Der Größenunterschied bei den Gehäusen ist nicht wirklich groß, dennoch liegt das wertig verarbeitete Wiko deutlich angenehmer in der Hand.

Die Kriterien

für den Neukauf des Telefons waren für mich folgende Punkte entscheidend:

  • Dual SIM
  • eine brauchbare Kamera
  • ein brauchbares Display
  • es soll noch in die Hosentasche passen
  • einen Tag sollte der Akku schon schaffen.

Über das Wiko gibte es ja bereits einige Tests im Internet, über das Huawei noch nicht so viele.

Dual SIM haben beide Geräte allerdings sind die beiden Karten nicht simultan nutzbar. Telefoniert man mit der einen, ist die andere im Standby. Für mich ist dies kein Manko. Das Wiko verwendet 2 MicroSIM-Karten und bringt gleich einige Adapter mit. Beim Huawei hat man sich für ein etwas merkwürdiges Konstrukt entschieden: 1x MiniSIM und 1x MicroSIM. Ein Test über das Huawei im Netz behautete zudem, dass nur der SIM-Slot1 UMTS/HSPA bietet. Dies stimmt so nicht. Beim mir vorliegenden Gerät konnte ich beide Karten für UMTS-Verbindungen nutzen. Allerdings, und das machen beide Geräte so, wird nur die Karte, über die der Datenverkehr abgewickelt wird, auch mit dem schnelleren (und stromfressenderen) Modus genutzt, die andere geht automatisch in den 2G-Modus. Beide Geräte bieten eine ordentliche Verwaltung für die SIM-Karten.

Kamera: ich bin weniger der Selfie-Typ, mache aber gern unterwegs mal Schnappschüsse. Ausprobiert habe ich natürlich auch mal kurz die „Selfie-Kamera“ und bescheide beiden, dass diese dafür geeignet sind und auch für einen Video-Anruf mehr als ausreichend sind. Auch die Hauptkamera beider Geräte muss sich nicht verstecken, wobei mir die des Wiko dann doch mehr Freude bereitete. die löste etwas höher auf, hatte meines Erachtens nach mehr Details, mehr Kontrast zu bieten und kam mit dunkler Umgebung etwas besser klar, als die des Huawei. Und wieder ein Wort zu einem Test im Internet: Hier wurde geschrieben, die Videofunktion beim Wiko sei „unbrauchbar“. Das finde ich nicht. Allerdings bietet Wiko hier einige Extras, wie Flimmerreduktion an, was standardmässig aktiviert ist und zu komischen Effekten führen kann. Im Video sind dies die fast stehenden Schwellen. Achja: beide Geräte haltet ihr beim Filmen besser um 90° gedreht, sonst passiert Euch eben der Effekt, wie ihr ihn in den Videos sehen könnt: Das Video liegt auf dem Rechner auf der Seite oder hat ein etwas seltsames Seitenverhältnis.

Ihr seht jetzt immer links das Huawei, rechts das Wiko:

Fernsehturm_h Fernsehturm_w

Abendaufnahme mit Lampen dazwischen, nicht ganz einfach. Mit den hellen Lampen vorm Nachthimmel kam das Wiko besser klar.

Abend_h Abend_w

Auch am Abend, aber nicht ganz so spät. Warum der Himmel hier beim Huawei soviel heller ist, kann ich nicht sagen, Details bietet auch hier das Wiko mehr.

Nacht_h Nacht_w

…und einmal nachts.

Sonne_h Sonne_w

…interessant, wenn man Sonnenauf- oder untergänge mag. Mit viel Gegenlicht wie in dieser Situation kommen viele Kameras nicht so gut zurecht.

erdbeere_h erdbeere_w

Und dann habe ich noch die Makrofunktion ausprobiert. Hier punktet knapp das Huawei: die Farben sind näher am Original.

Das Display: Es gibt einen kleinen Größenunterschied: das Huawei misst in der Diagonale 5.5″, das Wiko „nur“ 5″. Allerdings bietet das Wiko hier eine brilliante FullHD-Auflösung (1920×1080), das Huawei begnügt sich mit einer 720p-Auflösung. Was die Farbreinheit angeht, hat das Huawei Luft nach oben, daran ändert auch die Tatsache leider nichts, dass man die Farbtemperatur einstellen kann. Hier holt Wiko den Punkt.

Der Akku: in meinem knapp dreitägigen Test habe ich die Geräte nicht unbedingt gequält: Ein wenig getwittert, wenig telefoniert, Apps installiert und ich hatte gemeinerweise das WLAN eingeschaltet, obwohl ich nicht in Reichweite eines bekannten Netzwerks war. Um es kurz zu machen: das Huawei holt hier den Punkt mit klarem Vorsprung. Zum Testende hatte dessen Akku noch immer 60% Ladung zu bieten und austauschbar ist er noch dazu. Das WLAN sei nicht umsonst erwähnt: das Exemplar des Wiko verbrauchte ordentlich Strom, offenbar durch das WLAN. Zumindest lag während der Zeit der Anteil des WLAN am Stromverbrauch beim Wiko bei fast 30%, während es beim Huawei nur 6% waren. Da kann und sollte Wiko nachbessern (Beim inzwischen gekauften Wiko fiel mir das nicht so extrem auf).

Der Rest: der Vollständigkeit halber habe ich mir auch ans Huawei mal Kopfhörer dran gesteckt und da gab es satten Sound. Ebenfalls fiel mir beim Huawei die sehr schone Bildschirmtastatur auf, die exakt arbeitete und auch Sonderzeichen auf direktem Wege anbot. Wer so etwas zumindest in ähnlich für das Wiko möchte, dem sei das Multiling-Keyboard empfohlen, das allerdings etwas gewöhnungsbedürftig im qwerty-Layout kommt. Das originale des Testgeräts von Wiko empfand ich als nicht so toll.

Die Haptik: Das Wiko ist kantiger als das Huawei, etwas kleiner und liegt ziemlich gut in der Hand. Für die Glasrückseite empfiehlt sich das mitgelieferte back cover, weil man da sonst ständig Fingerabdrücke abwischt.Das Huawei insgesamt ist mehr Plastik und etwas größer, aber deshalb noch nicht unhandlich und auch nicht unangenehm. Der Akkudeckel ist zwar dünn und nur draufgesteckt, sitzt aber fest und ordentlich. Für die Hosentasche wäre mir das Huawei zu groß, wer eine extra Tasche dafür hat, hat dieses Problem ja nicht.

Und sonst? Wie ja oben schon erwähnt, werkelt in beiden Geräten die gleiche CPU, allerdings im Huawei mit 1.7 GHz und beim Wiko mit 2 GHz. Ich hatte beim Huawei nicht den Eindruck, dass da irgendetwas ruckelte. Auch Youtube-Videos liefen flüssig (im ganz normalen Browser). Wiko täte sicher einigen Kunden einen Gefallen, wenn eine Option in den Einstellungen eingebaut würde, die evtl. eine Taktreduktion auf 1.7 GHz erlaubt. Das dürfte auch einiges an Wärme vermeiden und ausreichen, wenn man nicht gerade auf dem Gerät spielt. Außerdem fiel mir beim Wiko später noch der Chrome-Browser als Stromfresser negativ auf. Ich habe auf meinem Gerät eben diesen deaktiviert und nutze den Standardbrowser.

Wie zwischendurch schon geschrieben, habe ich mich für das Wiko entschieden, da ich mit dem Akku gut hinkomme und mit dem Gerät eben keine Musik höre. Das Huawei habe ich nun ja nicht mehr, aber solltet Ihr Fragen oder Ergänzungen haben, schreibt mir doch bitte einen Kommentar! Kleinere (hoffentlich nicht zu zahlreich vorhandene) Fehler werde ich ohne große Extrahinweise korrigieren.

 

 

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