…doch nochmal Piraten?

Am Sonntag war ich bei der Wahlparty der Piraten in Berlin. Man könnte meinen, Piraten hätten nichts zu feiern. Nun, sie hatten kein Wahlergebnis zu feiern. Aber TROTZ der personellen Entwicklung wurde gute Arbeit im Wahlkampf geleistet, ich finde, auch das darf man feiern.

Ich hatte an diesem Abend einige wirklich gute und einleuchtende Gespräche. Wie inzwischen wohl bekannt ist, bin ich zum Ende des Monats Juni ausgetreten. Genau die Gespräche am Sonntag haben mich bewogen, der Piratenpartei und meiner Mitgliedschaft noch eine „Bewährung“ einzuräumen. Ich sage an dieser Stelle gleich: ich werde nicht so weiter machen, wie ich aufgehört habe. Ich habe einige meiner Gesprächspartner quasi als Beistand verpflichtet. Das soll jetzt keinesfalls heissen, dass ich jetzt bei jedem bisschen Kram angerannt komme und Hilfe einfordere.

An diesem Abend entwickelte ich dann doch arg euphorische Gefühle, die schon am nächsten Morgen wieder ausgebremst wurden. Egal. Ich habe es geschafft, einen kritisch eingestellten Freund am Dienstag mit ins Kinski zu nehmen. Dort hatten wir ein anfänglich ganz brauchbares Gespräch, ich hatte mir halt auch meine Gedanken gemacht, warum in meinem Bezirk die Wahlergebnisse von 2% bis 11% reichten und habe dabei einige Zusammenhänge feststellen können. Ich will damit keine Schuldzuweisungen oder sonstigen Mist in den Raum stellen, aber genau DAS wurde mir dann von einem anderen Menschen (nicht aus Berlin) vorgeworfen, ebenso wie Untätigkeit etc. Sollte ich mich jetzt rechtfertigen? Dummerweise versuchte ich an der Stelle offensichtlich genau das. Ja, ich war im Wahlkampf nahezu untätig (was schon weniger untätig war, als ich das eigentlich angekündigt hatte).

Die Diskussionskultur sah so aus: nein, ich konnte nicht ausreden, Alles, was ich sagte, wurde sofort ausgelegt, bevor ich den eigentlichen Sinn durch AUSREDEN herstellen konnte. Diese Diskussion habe ich dann abgebrochen. Ich werde meine Gedanken  niemandem mehr aufdrängen, wer sie WIRKLICH hören möchte, kann mich gern ansprechen.

Ich bin am Sonntag zu der Überzeugung gekommen, dass ich gerne weiter machen möchte. Sehr gerne auch als Pirat. Das Wahlergebnis (nicht der Piraten, sondern allgemein) ist schon ein Grund dafür. TROTZ aller Unzulänglichkeiten möchte ich weiter machen, weil in diesem Land so vieles schief läuft. Das heißt nun nicht, dass ich die Gründe meines Austritts künftig tolerieren werde. VERGESST ES. Ich erwarte, dass ALLE an sich arbeiten. Das schließt auch mich selbst mit ein und ich bin bereit dazu. Ich erwarte keine komplette Veränderung von jetzt auf sofort (dazu bin ich dann doch zu sehr Realist), aber ich erwarte, dass zumindest sichtbar damit begonnen wird.

Ich möchte mit anderen Piraten zusammen dafür sorgen, dass hier demnächst mehr als nur 2% der Leute ihr Kreuzchen bei den Piraten machen. Ich kann dabei kein so nett bezeichnetes „Friendly Fire“ gebrauchen und werde mir das auch nicht antun. Die nächsten 3 Monate werden also zeigen, ob oder ob nicht. Gebt euch Mühe, ich werde es auch tun!

Ein Anfang könnte dieser sein: Wenn ihr meint, jemand würde euch nicht verstehen, erklärt dieser Person, was ihr sagen wollt, anstatt sofort loszupöbeln. Wenn euch jemand sagt, ihr hättet da was nicht verstanden, hört zu und lasst es euch erklären.

 

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